12. Dezember 2017

Vernünftige laufen im Winter, oder?

Also im Winter, bei Regen und Schnee, gar bei Eis, sollte man nicht mit dem Fahrrad fahren. Das meint der Stern in seinem Artikel mit dem Titel "Radeln bei Eis und Schnee? Nur für Profis!"

Welche "Profis" meint der Stern wohl? Pizza-Radfahrer, Fahrradboten und Rennradler? Egal. Der Artikel gefällt mir sogar, weil er nichts beschönigt, was das Radfahren im Winter schwieriger macht: gefährlicher und teuerer. Das Licht muss anständig sein, und ohne eine Markenlampe geht es nicht, die Reifen sollten gut sein, und für Eis braucht man ein Zweitrad mit Spikes (auf trockener Straße fährt man schlecht mit Spikes). Die Radwege sind selten geräumt, der Schnee auf die Radstreifen geschoben, und (Zitat:) "ein Ausweichen auf die Autofahrbahn ist aus Sicherheitsgründen aber nicht zu empfehlen, da bei Schnee oft nur schmale Fahrgassen zur Verfügung stehen und Konflikte mit Autos programmiert sind!"

10. Dezember 2017

Stammheim und Zuffenhausen und die Radfahrer

In Zuffenhausen und Stammheim wird nicht so viel Rad gefahren wie beispielsweise im Stuttgarter Westen oder im Kessel. 

Es gibt zwar hier und dort ein Radinfrastruktur, teilweise sogar eine gute, aber durchs Zentrum wurstelt man sich über schmale Schutzstreifen. Immer wieder wird den Radlern auch der Gehweg angeboten. Meistens dort, wo die Straßenbahnschienen verlaufen.

Auch hier gilt: Autoparkplätze schlagen die Radinfrastruktur. Schutzstreifen sind schmal und hören auch mal ganz auf.

8. Dezember 2017

Unsere Radinfrastrukur dient vor allem Autofahrern

Das Land der Scheinradwege, so betitelt die Märkische Allgemeine ein Interview mit dem Hamburger verkehrspolitischen Sprecher des ADFC, Stefan Warda.

Unsere Radwege und Radstreifen sind zu schmal und zu unsicher. Die Radinfrastruktur müsse endlich an die Radfahrenden angepasst werden. Sonst nützt sie nur den Autofahrern, weil man Radler von den Fahrbahnen verbannt.

Warda fährt übrigens auch in den Städten nicht entspannt Fahrrad, die bei uns als Fahrradstädte gelten, also Münster oder Freiburg. Denn auch dort, so seine Einschätzung, ist Radfahren stressig. Radwege, sind zu schmal und befinden sich im Türbereich parkender Autos. An Ampeln steht man zu lange, auf den Radstreifen parken Autos.

7. Dezember 2017

Neue Umfrage der TU Dresden

Die TU Dresden führt mal wieder eine Umfrage unter Radfahrenden durch. Es geht ums Fahrverhalten.

Behandelt werden Fragen, wie oft und wie viel man radelt, wie sicher man sich fühlt oder wie man sich in bestimmten Situationen verhält, ob man beispielsweise lieber auf dem Gehweg radelt oder auf der Fahrbahn. Man muss keineswegs ein Vielradler sein. Wichtig für die TU Dresden sind auch Menschen, die darüber Auskunft geben, was sie jeweils am Radfahren hindert.

Die Umfrage ist umfangreich und genau. Sie erfordert deshalb ein bisschen Zeit. Hier der Link zur Umfrage

6. Dezember 2017

Eine für Zweiradfahrer lebensgefährliche Straße in Degerloch

Eine Radfahrerin ist am 7. November beim Überqueren der Jahnstraße in Degerloch schwer verunglückt. 

Der Unfall geschah an einer ohnehin schwierigen Stelle dort, wo das Königsträßle die Jahnstraße kreuzt. Ein unfallträchtige Kreuzung, auch weil die Ampelanlage ungewöhnlich funktioniert.

Die Stuttgarter Zeitung hat über den Unfall unter dem Titel "E-Bike-Fahrerin bei Unfall schwer verletzt" berichtet, so als ob das Pedelc der entscheidende Faktor für den Unfall gewesen wäre. Wie der Unfall passiert ist, ermittelt die Polizei.
Die Darstellung der Zeitung, die sie vermutlich von der Polizei hat, ist mit einem "offenbar" versehen. "Die Fahrerin eines Elektrofahrrads wollte am Dienstag gegen 18.45 Uhr die Jahnstraße überqueren und übersah dabei offenbar den VW Lupo eines 73-Jährigen."

4. Dezember 2017

DHL fährt Express-Pakete mit Lastenrädern aus

Die DHL ist nun auch in Stuttgart mit diesen Lastenrädern unterwegs. Der Witz dabei, man muss nicht den Container befüllen, man kann ihn insgesamt austauschen.

Der Paketdienst der Deutschen Post hat diese Räder Cubicycles genannt. Jeder Container hat die Grundfläche einer Europa-Palette, einen Kubikmeter Volumen und kann 125 kg fassen. Sonnenkollektoren sammeln außerdem Strom für die Akkus.

3. Dezember 2017

Viel hat viel geholfen

Radfahren in Stuttgart ist auf der Plattform Fahrrad.de in der Kategorie Stadtrad auf Platz 1 gewählt worden. 

Vermutlich hauptsächlich von euch, die ihr meinen Blog so fleißig lest und weiterverbreitet. Vielen Dank dafür.

Ich darf jetzt für 200 Euro bei Fahrrad.de einkaufen (Freu!). Drei Premium-Abos von bikemap.net bekomme ich auch. Die möchte ich unter euch, den Leser/innen des Blogs, verlosen. Wie die Verlosung von statten gehen kann, muss ich mir noch überlegen. Für eine Einzelperson ist das nicht so leicht zu organisieren.

2. Dezember 2017

Viele Vier-Räder in der Fußgängerzone

Es herrscht ein irrer Autoverkehr in unseren Fußgängerzonen. Es sind weit mehr Gefährte auf vier Reifen unterwegs als solche auf zwei Rädern. 

Wer möchte eigentlich den Zweiradfahrern  noch einen Vorwurf machen, wenn sie sich langsam durch die Fußgänger schlängeln, angesichts dieses Massenaufgebots von Blech auf vier Rädern? Sprinter, Lastwagen, Postfahrzeuge, Privatautos, Taxis, alles rammelt durch, auch weit nach 11 Uhr, der offiziellen Zeit, innerhalb der Lieferfahrzeuge in die Fußgängerzone dürfen. Die Fotos sind am Donnerstag vor einer Woche innerhalb von zehn Minuten Spaziergang entstanden, und zwar gegen halb zwei.

1. Dezember 2017

Vorsicht, Kinder queren - langsam fahren!

Das Ordnungsamt bittet mich, noch einmal darauf hinzuweisen, dass hinter dem Ferdinand-Leitner-Steg Richtung Schlossplatz Schulkinder queren. 

Es habe mehrere kritische Situationen mit Radfahrenden gegeben. Hier werden deshalb neue Schilder aufgestellt, die zusätzlich zum Piktogramm auf dem schwer sichtbaren Bodenbelag vor Fußgängern warnen und dazu aufrufen, sie zu beachten.

30. November 2017

Verloren zwischen Schildern

Das ist die Münzstraße zwischen Marktplatz und Karlsplatz, die früher mal Fahrradstraße war. Aus der Sporerstraße Richtung Dorotheenquartier gesehen. 

So sah das noch bis zum Beginn des Weihnachtsmarkts aus. Jetzt ist nicht nur die Fahrradstaße in der Münzstraße weg, sondern auch jegliche Erlaubnis für Radler, da tagsüber durchzufahren. Zwischen 23 Uhr und 10 Uhr in der früh dürfen sie es aber noch. Das ist wegen des Weihnachtsmarkts und der vielen Leute. Radfahrer werden Richtung Holzstraße geschickt.
Allerdings sind nun auch die Radf-frei-Schilder abgeschraubt, die bisher das Radeln im Dorotheenquartier erlaubt haben. Das ist jetzt Tabuzone.

28. November 2017

Die große Aufgabe: Winterdienst auf Radwegen und Radstreifen

Wie viel Winterdienst auf Radrouten muss eigentlich sein? In Stuttgart werden etwa 12 km Radanlagen im Winter geräumt und zur Not gestreut (Granulat oder, wo es nicht anders geht, Sole/Salz), aber wir erinnern uns auch an vereiste Stellen  auch auf unseren Hauptradrouten.

Die Grünen im Stuttgarter Stadtrat wollen eine umfassende Winterräumung von Radrouten erreichen. Das wird ordentlich Geld kosten. Um zu wissen, wie viel, habe ich einen Frageantrag an die Verwaltung gestellt. Die Antwort steht noch aus. Die Räumung von Radwegen, so die Auskunft von Bürgermeister Thürnau bei einer Sitzung des UTA (Ausschuss für Umwelt und Technik) kostet pro Kilometer 5.000 Euro.

26. November 2017

Wo Radler Kreativität entfalten

Ob Radampeln und Übergänge radgerecht sind, merkt man daran, wie oft sie regelwidrig genutzt werden.

Ich habe kürzlich eine Stunde am Neckartor gestanden. Da herrscht eine recht kreative Grundstimmung. Es sind doch viele hier an einem Vormittag unterwegs und etwa die Hälfte fährt irgendwie anders als vorgesehen. Kommt man aus dem Schlossgarten, und will man in der Neckarstraße weiterfahren, dann muss man an drei Radampeln warten, was einen  ganzen Umlauf für Autofahrer entspricht.

25. November 2017

Und plötzlich ist der Radweg Holzstraße wieder weg

Würde man eigentlich auf einer Autostraße auf ganzer Breite eine Baustelle aufbauen, ohne vorher eine Umleitung auszuschildern? Bei Radwegen tut man das. 

Die HRR 1 ist auf der Holzstraße zum Fußweg geworden. Gestern Abend bin ich da reingerasselt. Sogar die Radzeichen auf dem Blutstreifen sind sorgfältig ausgeixt.

Radler gefälligst sofort in Luft auflösen! Wir mögen euch sowieso nicht. Und Autofahrer müssen endlich nicht mehr auf diese Scheiß-Radler achten, die hier quer schießen.

Richtung Marktstraße bin ich auf die Autofahrbahn der Holzstraße ausgewichen. Da fährt es sich eh viel besser. Und wenn der Radweg nicht mehr existiert, dann darf ich da ja auch endlich lang radeln. Aber was ist mit denen, die gestern Abend aus der Marktstraße kamen und Richtung Charlottenplatz wollten?

24. November 2017

Benny, das Sesselfahrrad

Cannondale hat mal so ein Liegerrad im Programm gehabt. Das hier habe ich auf einem Betriebsparkplatz gesehen.

Es ist etwas kurios mit seinem Sessel, der erhöhten Kurbel und dem konventionellen Lenker. Man sitzt darin eher wie in einem Fernsehsessel, wo man die Füße hochlegen kann.  Es heißt deshalb auch Sitzfahrrad (etwas kurios, denn sitzen tut man ja auf den normalen Rädern auch) oder auch Cannondale Recumbent oder Cannondale Bent I oder II. Dieses hier hat auch noch einen Elektromotor mit untergehängtem Akku.

Bei Cannondale auf der Seite habe ich solche Räder nicht mehr gefunden, bei anderen Anbietern schon. Allerdings keines, das einen Elektroantrieb hatte. Ich vermute, den hat der Besitzer dieses Fahrrads nachträglich eingebaut.


23. November 2017

Ungesicherte Baustelle auf der Hauptradroute 1

Auf der Hauptradroute 1 am Leuze bin ich gestern in diese Baustelle gerasselt. Ist ja in Ordnung, manche Dinge müssen gemacht werden. Aber muss sie wirklich ungesichert sein? 

Da stehen nun Fahrzeuge auf dem Radweg. Radfahrer stoßen ohne Vorwarnung darauf. Ein Umleitungsschild steht da Richtung Stadtmitte, es weist aber geradeaus, genau in die Fahrzeuge hinein. Radler müssen und können gut in den Fußgängerbereich ausweichen, ja sicher. Sie dürfen es nur nicht, wenn sie sich an die Verkehrsregeln halten wollen. Denn auf Fußgängerwegen neben einem Radweg dürfen Radler nicht fahren.

22. November 2017

Warum wir Straßenverkehrsregeln missachten

 Fußgänger auf Radweg 
Endlich habe ich Grün an der langsamsten Ampel Stuttgarts. Aber den Fußgängern hat ihr Rot zu lange gedauert, sie sind gerade alle losgelaufen. Ich schlängle mich durch sie hindurch.

Würden Fußgänger so vor startende Autos laufen? Ein Auto steht auf dem Radstreifen. Würde der Autofahrer auch eine Autospur so blockieren? Die Ampel ist Rot, aber ein Radfahrer schaut sich kurz um und fährt weiter. Würde er das als Autofahrer auch tun?

Regelverstöße nerven ... aber immer nur die anderen, die gerade keinen begehen. Fußgänger missachten hauptsächlich rote Fußgängerampeln oder queren die Straße zehn Meter neben der Fußgängerfurt oder dem Zebrastreifen. Autofahrer missachten am Häufigsten Geschwindigkeitsbegrenzungen und Park- und Halteverbote. Radfahrer ähneln den Fußgängern im Missachten roter Ampeln und nehmen es nicht so genau mit der Einbahnrichtung von Radwegen und Radstreifen. Lästig ist jeder Regelverstoß für andere. Meistens übrigens nur lästig, manchmal auch gefährlich.

21. November 2017

Die Opfer der Eile

In Deutschland stirbt alle zwei Stunden ein Mensch im Straßenverkehr darunter jeden Tag im Durchschnitt ein bis zwei Radfahrer.

Gemessen anhand der Verkehrstoten pro hunderttausend Einwohner liegt Deutschland weltweit auf Platz 13 von 182 bewerteten Ländern. Erstaunlich, dass wir diese Menge an Todesfällen gleichmütig hinnehmen. Oder nicht unbedingt erstaunlich, sondern typisch Mensch. Würden 12 Menschen auf einmal ums Leben kommen, etwa bei einem Zugunglück, würden wir uns in den Medien und Privatgesprächen tagelang mit den Gründen beschäftigen und nach Abhilfe rufen.

20. November 2017

Kitty, der Compagnon

Das ist ein Kettler Alu-Sportrad. Der Rahmen ist silbern, das elegant geformte untere Rohr sieht aus, als wäre es später hinzugefügt worden.

Der oder die es heute fährt, ist ziemlich eigenwillig und stylisch unterwegs, wie man am Helm und am Sattelbezug sieht. Es sieht aus wie ein heiß geliebtes Alltagsrad, das alles mitmacht.

Kettler baut seit 1978  im Saarland Alu-Räder und war damit Pionier für leichte Fahrräder aus Deutschland. Nach Darstellung der Firma wurde bei Kettler das erste Alu-Rad überhaupt montiert. Heute bietet Kettler natürlich auch E-Fahrräder an.

Das Fahrrad habe ich  in der Bolzstraße gesehen.